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Seminar der baltischen IPS-Vereine in Estland


Keiner wird heutzutage verneinen, dass die Themen Kernenergie, Reaktorsicherheit, Verpflichtungen der EU gegenüber, erneubare Energien sehr aktuell sind. Keiner kann sich das Leben ohne Strom vorstellen, der Bedarf an Energie ist groß und steigt ständig, genauso wie die weltweit steigenden Energiepreise.

Politiker und Fachleute diskutieren ständig, wie man unser Leben nicht nur bequemer, sondern auch sicherer gestalten kann. Es ist wichtig, welche Richtung und welchen Weg die Energiepolitik einschlägt, weil davon die Qualität unseres Lebens, das Leben unserer Kinder und Enkelkinder abhängt. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, das Bewusstsein der Menschen über die Benutzung der Kernenergie zu erhöhen. Das war auch das Ziel des am 2.-5. August 2007 in Estland stattgefundenen Seminars der baltischen IPS-Vereine „Zukunft der Energieversorgung im Baltikum – Perspektiven der Atomkraftenergie“. Die Jugend aus Estland, Lettland und Litauen lernte mit Hilfe von Experten (darunter auch aus Deutschland) verschiedene Aspekte der Energiewirtschaft kennen und nahm aktiv als BürgerInnen an öffentlichen Diskussionen über den möglichen Einstieg in die Atomkraftenergie teil.

Während des in Nordost-Estland stattgefundenen Seminars wurde vor allem über die Energiepolitik der drei baltischen Staaten gesprochen. Die Experten haben vorgetragen, welche Vorteile die Kraftwerke haben, welche möglichen Nachteile entstehen können, wie man sie beseitigen oder verringern kann. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass moderne Technologien beim Bau des Kernkraftwerkes nicht nur die so gewünschte Sicherheit gewärhrleisten, sondern auch CO2-Emmisionen senken können, die die Hauptursache der globalen Erwärmung sind. Es gibt nicht nur in jedem baltischen Staat eine Reihe der Rechtsvorschriften über die Kernkraftenergie, radioaktive Abfälle, erneuerbare Energieen u.s.w., sondern auch die Rechtsvorschriften auf der EU-Ebene. Das zeigt, wie aktuell und wichtig die Sache ist.

Während des Seminars wurde es betont, dass auf dem Strombinnenmarkt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen gefordert wird. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist der Anteil erneubarer Energiequellen an der Stromerzeugung auf dem Strombinnenmarkt in baltischen Ländern nicht so hoch. Man muss aber zugeben, dass es im Moment zu teuer ist, viel Strom in Wind-, Sonnen- und Biomassekraftwerken zu erzeugen.

Dieses Seminar hat auch die internationale Zusammenarbeit der Vereine der ehemaligen Bundestags-Stipendiaten verstärkt. Das war bereits das zweite Seminar, organisiert von den ehemaligen Bundestags-Stipendiaten der baltischen Staaten. Die estnischen IPS-Ehemaligen haben das Programm dieses Seminars so gestaltet, dass die Teilnehmer neben den Diskussionen auch durch ein Kraftwerk in Narva geführt werden konnten. Seminarteilnehmern wurde eine Stadtführung in Tallinn, eine Führung im Parlament, im Bergbaumuseum in Narva-Joeusuu und in Narva selbst angeboten.

Ein aktuelles Seminarthema, gute Gestaltung der Veranstaltung, nette Atmosphäre und warme Beziehungen haben dazu beigetragen, dass diese Zeit in Estland noch lange in unserer Erinnerung bleibt.

Erika Zablockaja